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Fruchtkasten
1819 an Stelle der Reichenbacher Schaffnerei erbaut
Der Fruchtkasten wurde 1819 an Stelle der ehemaligen Schaffnerei
des Klosters Reichenbach erbaut, nachdem die kaiserlich-königlich
vorderösterreichische Stadt Horb zu dem von Napoleon neu geschaffenen
Königreich Württemberg gekommen war. Zuvor bedurfte es jedoch
eines Staatsvertrages zwischen dem Großherzogtum Baden und dem Königreich
Württemberg, da dieser reichenbachische Besitz nach der Reformation
in den Besitz des Hochstiftes Konstanz übergegangen war und nunmehr
infolge der napoleonischen Flurbereinigung eine badische Exklave am schwäbischen
Neckar bildete. Erst durch Austausch gelangte die ehemalige Klosterschaffnerei
in das Eigentum des Königreiches Württemberg. Im neuen Fruchtkasten
lagerte das königliche Kameralamt bis zur Ablösung der Grundlasten
die Abgaben, die seither an die nun aufgehobenen Klöster, das aufgelöste
Chorherrenstift und andere Institutionen gefallen waren. Danach war in
diesem stattlichen Gebäude das königliche Bezirkskommando und
ein Revieramt unterbracht. Der ehemalige Fruchtkasten wurde in den achtziger
Jahren des 20. Jahrhunderts umfangreich saniert, und in seinen neuen Räumen
sind das Staatliche Vermessungsamt und die Landespolizei untergebracht. |