Grafen von Hohenberg

Um die Mitte des 12. Jahrhunderts spaltete sich von der Familie der Grafen von Zollern die Linie der Grafen von Hohenberg ab. Die Stammburg von Graf Burkard I. (1170 - 1193) lag am Albtrauf auf dem 1011 m hohen Oberhohenberg (Gemeinde Schörzingen/Landkreis Rottweil). Durch das Erbe der Grafen von Haigerloch und nach Erwerbungen in der alten Grafschaft im Sülchgau erfolgte seit Ende des 12. Jahrhunderts eine Verlagerung des territorialen Schwerpunktes nach Norden. Oberhohenberg, Haigerloch und Rottenburg bildeten eine Achse, um die sich die Grafschaft Hohenberg entwickelte.
Graf Burkard III., der 1237 das Dominikanerinnenkloster Kirchberg (Stadt Sulz) gegründet hatte, erweiterte durch Heirat mit der Erbtochter Mechthild das Territorium nach Nordwesten um einen Teil der ehemals pfalzgräflichen Herrschaft Nagold. Graf Burkhard IV., der Begründer der Nagolder und Wildberger Linie, brachte durch Heirat mit der Erbtochter Luitgard die ehemals pfalzgräfliche Stadt Horb mit ihrem Umland in das hohenbergische Erbe ein. Graf Albrecht II., der 1298 in der Schlacht auf den Kreuzwiesen bei Leinstetten (Stadt Dornhan) fiel, gründete als neuen Herrschaftsmittelpunkt die Stadt Rottenburg am Neckar. Die Ehe der Schwester Gertrud mit König Rudolf von Habsburg begründete die Beziehungen zu Österreich. Als Königin Anna wurde Gertrud zur Stammutter aller späteren habsburgischen Könige und Kaiser. 

Graf Rudolf I., der als österreichischer Landvogt in Oberschwaben fungierte, tauschte 1319 mit seinem Wildberger Vetter und dessen Nagolder Neffen die Hälfte der Pfandschaft Dornstetten gegen die Besitzungen in und um Horb. Erbteilungen und wirtschaftliche Probleme bestimmten die Geschichte Hohenbergs in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Nach zahlreichen Verpfändungen und in Ermangelung eines Nachfolgers verkaufte Graf Rudolf III., der noch 1374 die Herrschaft Oberndorf erworben hatte, am 26. Oktober 1381 seine gesamte Grafschaft um 66 000 Gulden an Herzog Leopold III. von Österreich. Die Wildberger und Nagolder Besitzanteile wurden über kurz oder lang von den Grafen von Württemberg aufgekauft.

Graf Albrecht II. von Hohenberg: Miniatur im Codex Manesse und Reitersiegel