Zum 40jährigen Dienstjubiläum
des Techniklehrers Peter Wurm

GHWRS Horb-Altheim, im Juni 2002

Werf den Ball ich in die Runde,
schreib' ich mittags eine Stunde.
Sitz' ich auf dem Platz nicht richtig,
bin ich strafarbeitenpflichtig .
Bleib' ich nicht auf meinem Platz,
ist das Lernen für die Katz'.
Nach dem Läuten kann ich geh´n
in die Pause unverzagt.
Werkraum - blitzblank - sauber - schön - 
geputzt - gepackt - ADE-gesagt.
In der Schule fehlt die Kiste,
lang schon hab' dran nicht gedacht,
drum liegt meine ganze Miste,
offen rum ganz unbewacht.
Schlechte Noten, die bekam ich,
musst' es meinen Eltern sagen,
dass sie´s wissen und mich plagen,
werd' drauf besser - und sie freu'n sich.
Auf dem Flur darf ich nicht raufen,
muss brav und auch verträglich sein,
darf keine kleinen Kinder stauchen,
muss lieb sein wie ein Engelein.
Geläutet hat's die Stund ist aus,
Werkzeug ist auch aufgeräumt,
schnell gekehrt, kein' Zeit versäumt,
denn wir wollen bald nach Haus.
Versäumt die Schule hab' ich ,
lag krank im Bett bekümmert,
entschuldigt wurde ich noch nicht,
schon oft wurd' ich daran erinnert.
Weil ich hab' die Schul' geschwänzt,
einfach weggeblieben bin,
bleibt mein Wissen sehr begrenzt,
leer mein Kopf mit wenig Sinn.
Hab' den Namen ich vergessen,
auf dem Werkstück oder Bild,
niemand wusst', wer es besessen,
ich die Sechs dafür erhielt.
Jedes Ding an seinen Ort,
erspart viel Ärger und böses Wort.
 
 

Das Berühren der Figüren
mit den Pfoten ist verboten!

Hab' gemacht die Arbeit nicht,
schreib' 20mal ich dies Gedicht!
Hab' mein Werkzeug heut vergessen,
kann üben nicht die Kunst der Finger,
arbeitslos bin da gesessen,
verlor'n die Zeit, hab' ich für immer.
Seife ist zum Waschen da,
brennt im Auge ist doch klar.
Drum gehört sie da nicht hin;
so ein Unsinn, der ist schlimm.
Geschwätzt hab' ich mit meinem Nachbar,
hab' Neuigkeiten ausgetauscht,
mit Unverstand im Unterricht ich war,
dem Wort des Lehrers nicht gelauscht.
Hab' geschwätzt im Unterricht,
konnt' hör'n des Lehrers Worte nicht.
Darf die Arbeit nicht verreißen,
weil dem Wurm man muss beweisen,
dass gemacht die Arbeit ward,
und nicht das Papier gespart.
Werf' den Schraubstock ich hinunter,
hüpf' auf einem Bein ich munter,
weil er traf genau den Zeh,
jetzt tut dieser schrecklich weh.
Drum montier' ich nur zu zweit,
kein Schmerz gibt's und kein' Strafarbeit.
Schieb' Papier ich in die Kleidung,
bei ander'n Leuten, die das stört,
vom Bonbon oder auch aus Zeitung,
so ist das ganz schön unerhört.
Der Mensch, der unterscheidet sich,
manchmal vom Tier ganz wesentlich,
denn dieses frisst im Stall sein Brot,
wo's schläft, wo's lebt,
da stinkt's nach Kot.
Der Mensch dagegen isst am Tisch,
da schmeckt's, da ist die Luft auch frisch!
Müll sortieren -
eine freundliche Erinnerung!

Umwelt, merke, ist verletzlich,
deshalb ist's auch nicht gesetzlich,
wenn Abfall man nicht mehr sortiert,
vermischt entsorgt, ganz ungeniert,
dass alles kommt in einen Kübel,
denn so ein Mischmasch, der ist übel.
Müll wird getrennt, das ist bekannt,
sortiere ihn, mach's mit Verstand,
zumal wir wollen auch noch morgen,
recht gutgelaunt und ohne Sorgen,
fröhlich feiern, glücklich leben,
mit wenig Müll und saurem Regen.

 

 

Vergessen hab' ich das Klassenbuch,
schreib' 20mal ich diesen Spruch.

 

  

 

Mittags auf den Bus ich warte,
wenn er da ist, erst dann starte

ich vom Warteplatz drauf los, 
so ist Sicherheit ganz groß.

 








 

Zur Schule geht man, um zu lernen,
dort üblich ist, dass einer spricht.
Doch oft beim Wort der Geist nicht ist,
der schweifet ab in weite Fernen.
Des Lehrers Rede sich verliert,
den Schüler geht's oft gar nichts an,
und wenn er zuhört, manchmal dann,
schwätzt er hinein ganz ungeniert.
Wenn dieses jeder machte immer,
ins Hirn da könnte nichts gelangen,
zu laut wär's dann im Klassenzimmer,
und unnütz wär' die Zeit vergangen.
Drum ist es schicklich, üblich auch,
dem andern höflich zuzuhören,
die Rede nicht durch Schwätzen stören,
so ist's der gute alte Brauch.

Das Strafmaß wurde so bemessen,
weil mein Heft ich hab' vergessen,
erinnert werden musste ich,
jetzt darf ich schreiben fürchterlich.

 

Im Unterricht nicht nutz' die Zeit,
lass' Segelflieger fliegen,
dies ist kein richt`ger Zeitvertreib,
so bleibt die Arbeit liegen.
Drum musst' die Abfallkist' ich leeren
in uns're Großmülltonne.
Kippt's daneben, darf ich mit Wonne
den Dreck hernach zusammenkehren.

 

Hab meine Bank ich nicht geputzt,
ließ Dreck zurück, das war nicht fair.
Der Nächste, der den Platz benutzt,
ihm stinkt's, es ärgert ihn doch sehr.
Spitz ist sehr des Stockes Ende,
wenn ich schwinge ihn behende,
ein Auge kann man treffen eben,
es ist dann futsch für's ganze Leben.

Wenn ich mich freu', dann darf ich lachen,
doch zu laut nicht, sonst es stört.
Rauferei darf ich auch nicht machen,
gefährlich ist's und unerhört.
Fütt're Fische ich mit Brot,
sterben sie den schnellen Tod.

Bin ich krank ohn' größ'res Weh,
geh' zum Arzt ich irgendwann.
Doch am Nachmittag ich geh',
dass Schularbeit ich leisten kann.
Wenn ins Gesicht des Nebenmann,
hab' Farbe ich geschmiert,
wenn waschen muss der Lehrer dann,
den Häuptling, der verziert,
wenn außerdem ich hab noch nicht
gemalt auf mein Papier,
schreib' viele Mal ich dies Gedicht,
als Straf' für mein Geschmier!

 

Ob Stein, ob Achs', ob Rädchen,
im Fischerkasten Ordnung ist,
benützt von Buben oder Mädchen,
auch eingeräumt, das ward die Kist'.
Jedoch beim Spielen mit den Sachen,
verlor sich jenes oder dies,
beim Nächsten tat's kein Freud entfachen,
ihm fehlt etwas und das ist mies.
Drum räum' den Kasten richtig ein,
der nächste Nutzer braucht nicht zu fluchen,
an seinem Platz steht Stein an Stein.
 

 

 

Auf dem Boden liegt das Lötzinn,
zum Abfall kommt's dann beim Kehren,
Giftmüll ist's - kein Geldvermehren,
somit ist's ein großer Blödsinn.
Die Schere mag kein Sandpapier,
drum sitze ich und schreibe hier!
Alle Schüler haben Kisten,
Werkarbeiten auch dazu,
deshalb muss man auch mal misten,
zu voll im Werkraum ist's im Nu!
 

Wer Gummi kaut, kaut Kaugummi,
der Kuh sieht's ähnlich, denn wie die,
kaut immer man den gleichen Kram,
bis einem wird der Kiefer lahm.
Dann spuckt man aus den Gummibollen,
er fliegt nicht weit, er kann nicht rollen,
der Nächste tritt ihn platt und eben,
er wird fortan am Boden kleben.
Noch schlimmer ist's, man klebt ihn schnell
so an den Tisch, dort wo's nicht hell,
der Nächste kommt und greift hinein,
die Sauerei, die muss nicht sein.
Wird man bei solchem Tun erwischt,
die Strafarbeit kriegt aufgetischt,
die Hausordnung beim Wurm ist's nicht,
man schreibt dies Kaugummigedicht.

 

Jetzt strick' ich still so vor mich hin,
auf jede Masch' ich achte,
denn als ich schwätzte, das war schlimm,
viel Fehler ich dann machte.
Gestört hab' ich dabei die andern,
die Ruhe wollten für ihr Tun.
Drum musst' zu diesem Platz ich wandern,
und lasse meine Stimme ruh´n.

 

 
 Der Zirkel spitz im Mäppchen sitzt,
das Mäppchen in die Lüfte flitzt,
trifft es ein Aug', man hofft es nicht,
sonst kostet es das Augenlicht.

 

 

 

Peter Wurm, der große Pädagoge des Hecken- und Schlehengäues, befindet sich nunmehr im wohl verdienten Ruhestand.
Seine Verabschiedung erfolgte am 29.12.2006  an seiner langjährigen Wirkungsstätte im Werkraum der GHWRS Horb-Altheim.